Gyaros

Heute musste ich früh aufstehen, denn um 8 Uhr musste ich am Treffpunkt sein, um dann mit dem Schiff auf die unbewohnte ca. 25km entfernte Insel Gyaros zu fahren. Und dank meiner Planungskünste lag dieser Treffpunkt nicht weit von meiner Unterkunft, sodass ich hinlaufen konnte und nicht erst eine Stunde mit dem Bus hinfahren musste 🙂

Die Landung auf der Insel war abenteuerlich über ein anderes Boot.
Gyaros war eigentlich schon immer ein Verbannungsort, auf der Häftlinge untergebracht wurden. Die letzten Hinterlassenschaften stammen aus der Militärdiktatur in Griechenland in der Zeit 1967-1974 wo die Insel als Gefängnis für politisch Andersdenkende diente. Die Häftlinge waren in Zelten untergebracht auf dafür angelegten Terassen.

Diese sind über 3 Buchten verstreut, die wir heute auf einem fast 3,5 km langen Weg entlanggingen, der bei einem Friedhof endete, auf der auf der Insel verstorbene Häftlinge begraben wurden, und das waren sicher nicht alle. Auf dem Weg hatte ich mich über einen Mann gewundert, der eine Art Kutte trug. Auf dem Friedhof war mir seine Funktion klar, als es plötzlich still wurde und viele Mitwanderer andächtig dastanden. Er war ein Priester, der dort ein Gebet sprach.
Auf der Insel wohnen zur Zeit auch einige Arbeiter hilfsbedürftig auf Feldbetten im Haupthaus, das stückweise noch begehbar da noch nicht einsturzgefärdet ist. Sie errichten dort ein Denkmal für die vielen Tausenden Gefangenen, die damals auf der Insel gefangen und auch oft gefoltert wurden.

In 1-2 Jahren soll man die Insel auch regulär besuchen können.
Den Rundgang auf der Insel führt die Umweltschutzorganisation WWF durch. Die Insel und ein Umkreis von 3 Meilen ist besonders naturgeschützt. Ein Radarsystem dient zur Überwachung der Umgebung der Insel vor unerlaubten Aktivitäten. So leben beispielsweise wohl 15% aller Mönchsrobben in der Nähe der Insel, von denen es nur 350-450 Individuen gibt. Aber erst vor kurzem wurden 10 Mönchsrobbenkinder gesichtet.
Außerdem wird die Polulation der Ziegen beobachtet. Diese schaden wohl der Umwelt, da sie viel Grün abgrasen, man kann sie aber nicht einfach alle von der Insel wegholen, da sich mittlerweile ein Gleichgewicht eingestellt hat, welches man ansonsten zerstören würde. Ohne Ziegen hätte man ein Rattenproblem …

Der Tag heute war also sehr informativ.
Auf dem Rückweg gabs auf dem Boot Essen und Wein und Bier. Irgendwann schwankten die Leute … aber das lag wohl am Wellengang.
Auf meinem Balkon hab ich dann abends noch einen wunderschönen Sonnenuntergang (da wolkenfrei) und ein Delphin beobachtet, das dreimal aus dem Meer sprang.

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